Windpark Länge – Presse

Presse-Artikel

 

Modernste Technik misst den Wind
11.04.2017 Südkurier – in den Folgetagen auch in der Badischen Zeitung und im Schwarzwälder Bote erschienen

Solarcomplex legt Windmessungen offen. Blick auf bestehende Anlage greife nach Ansicht des Unternehmens zu kurz. Windkraftgegner sehen auch Trinkwasser bedroht.

Donaueschingen – In der politisch eingeleiteten Energiewende setzen Bundes- und Landesregierung auf regenerative Energien und somit auch auf die Windkraft. Viele Windräder sind von der Nordsee bis an die Schweizer Grenze inzwischen entstanden. Und mit der wachsenden Zahl ist auch die Zahl der Zweifler und Gegner deutlich gewachsen. Ihr Argument: Windenergie ist nicht gleichmäßig vorhanden, oft garnicht. Konventionell betriebene Kraftwerke müssten als Ausgleich parallel betrieben werden, weil es an Speicherkapazitäten für Windstrom fehle. Entsprechend hat sich auch zum Baaremer Windkraftprojekt die Gegnerschaft positioniert.

Neben einer Bedrohung der geschützten Milan- oder Fledermauspopulationen wird durch eine Abholzung des Waldes nun auch eine Beeinträchtigung der Wasserversorgung in diesem Bereich prophezeit (siehe unten). In einem Widerspruch zur Immissionsrechtlichen Genehmigung, die derzeit noch mit Auflagen an die Investoren verbunden ist, werden sogar die für die Baugenehmigung erforderlichen Windmessungen angezweifelt. Dem widerspricht die Solarcomplex AG, die neben der Münchener Green City Energy (fünf Anlagen), hier acht Schwachwindanlagen bauen möchte.

Solarcomplex verweist auf umfassende Windmessungen im Projektgebiet: „Wir haben zwölf Monate am Standort mit Lidar-Geräten gemessen. Auf Basis dieser Daten haben wir von zertifizierten Instituten nach den aktuell geltenden Richtlinien Wind- und Ertragsgutachten erstellen lassen. Diese zeigen, dass das Projekt auf jeden Fall wirtschaftlich betrieben werden kann“, erklärt das Singener Bürgerunternehmen.

Behauptungen der Windkraftgegener, es habe nur kurzfristige Messzeiträume gegeben, weist Vorstand Bene Müller klar zurück: „Unsere Messtechnik war für jeden sichtbar von Mai 2015 bis Mai 2016 auf der Länge im Einsatz.“ Für den gesamten Zeitraum seien alle im 10-Minuten-Rhythmus erhobenen Messdaten dokumentiert. Eine Zwölfmonatsmessung gelte als komfortable Basis für ein Windgutachten. Dabei setze Solarcomplex ausschließlich das Windcube V2 ein. „Das ist die neueste Version, die derzeit auf dem Markt ist. Alle unsere Lidar-Geräte werden exakt nach Herstellererfordernis gewartet und durch Verifikationstests geprüft“, betont Bene Müller und widerspricht den Gegnern, die in ihrem Widerspruch den Einsatz von überholter Technik angedeutet haben.

Solarcomplex führe auch im Auftrag anderer namhafter Firmen der Energiebranche Windmessungen durch, die von allen Gutachtern anerkannt seien.

Lidar-Geräte nutzen Laser, um Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen zu ermitteln. Starkwindereignisse bilden sich ebenfalls in der Messung ab. Für eine Bewertung der Windhöffigkeit eines Standorts werden von Gutachtern deshalb meteorologische Langzeitdaten aus den zurückliegenden 20 bis 30 Jahren hinzugezogen und soweit vorhanden auch Ertragsdaten bereits bestehender Anlagen. „Dies war auch auf der Länge der Fall“ meint Müller.

Vom bestehenden 90–Meter-Windrad auf den Ertrag der geplanten Windparks zu spekulieren, wie es die Fürstenberger Windkraftgegner in ihrem beim Landratsamt eingereichten Widerspruch getan haben, greife deutlich zu kurz, stellt Solarcomplex klar. Ebenso mache es keinen Sinn, die Windenergietechnologie von vor 15 Jahren mit der heutigen gleichzusetzen. Auf der Länge sollen Schwachwindanlagen der neuesten Generation gebaut werden. „Sie sind technisch exakt auf die Windsituation vor Ort angepasst.

Windparks mit vergleichbaren Anlagen liefern auch in Baden-Württemberg nachweisbar gute Erträge, so zum Beispiel der Bürgerwindpark Großer Wald oder der Windpark Prechtaler Schanze“, meint der Solarcomplex-Geschäftsführer.

Blumberg/Hüfingen: Bürgermeister Keller und Kollmeier weisen Kritik wegen Windräder auf der Länge zurück
Südkurier 20.02.2017

Die Kritik, bei den geplanten Windrädern auf dem Ettenberg und der Länge hätten Blumberg und Hüfingen mehr informieren müssen, weisen die Bürgermeister Markus Keller und Michael Kollmeier zurück.

In Hondingen äußerten wegen der geplanten Windräder auf dem Ettenberg und auf der Länge am Freitag mehrere Bürger Kritik an der Verwaltung. Sie waren zu einem Infostand von Angelika Sitte und Lucia Bausch gekommen, die im Ort Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hatten. Beim Thema Breitband oder beim Panoramabad habe die Stadt breit informiert, hier nur in einer kleinen Versammlung in Riedöschingen.

Blumbergs Bürgermeister Markus Keller kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. In einer Stellungnahme bekräftigte er seine Aussage gegenüber dem SÜDKURIER vom 30. Januar. Das Thema Windenergie, erklärte er, beschäftige alle Städte und Gemeinden seit der Landtagswahl 2011. Damals wurde auf Landesebene das politische Ziel formuliert, in Baden-Württemberg mehr Energie aus Wind zu gewinnen. Aus diesem Grund seien die Kommunen quasi verpflichtet worden, den Flächennutzungsplan teilfortzuschreiben. „Das Verfahren wurde öffentlich beraten“, betont Keller. „Der einzige mögliche Standort war der Ettenberg. Alle anderen Standorte wurden aus verschiedenen Gründen (Abstandsflächen, Artenschutz etc.) ausgeschlossen. Wir haben öffentlich beraten.“ Auf seinen persönlichen Wunsch hin sei zum Beispiel am 13. Oktober ein öffentlicher Zwischenbericht vorgestellt worden, so Keller, und es habe voriges Jahr eine öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung in Riedöschingen stattgefunden. Zudem habe seiner Meinung nach die Presse mehrfach und gut verständlich berichtet. „Daher kann ich nicht nachvollziehen, warum der Eindruck entstanden sein soll, dass die Öffentlichkeit nicht informiert wurde. Wir haben deutlich mehr als vorgeschrieben kommuniziert.“

Zudem erinnerte Keller daran, dass die Beratungen über die Fortschreibung des Teilflächennutzungsplanes Wind seit 2011 – also seit fast sechs Jahren – öffentlich beraten und auch öffentlich ausgelegt wurden.

In Hondingen waren auch mehrere Bürger aus Fürstenberg anwesend, sie wünschten sich eine große Informationsveranstaltung seitens der Stadt Hüfingen. Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier, seit August im Amt, bekräftigte auf Anfrage die Aussage seines Blumberger Kollegen. Hüfingen, so Kollmeier, sei seit mehreren Jahren gemeinsam mit Donaueschingen und Bräunlingen an diesem Thema. Die Bürger hätten sich bereits bei der 2011 bis 2013 erörterten Änderung des Flächennutzungsplanes einbringen können. Im Hüfinger Gemeinderat sei im Herbst öffentlich über die Wiederaufforstung beraten worden. Zudem habe der Investor Solarkomplex seine Pläne öffentlich im Ortschaftsrat Fürstenberg vorgestellt.

Die Aktivisten aus Hondingen wollen sich weiter engagieren. Als nächstes sei eine Aktion in Riedöschingen geplant, sagte Angelika Sitte.

Baar-Windpark für 40 Millionen Euro beschlossen
Vertragsunterzeichnung am Donnerstag: Solarcomplex will sechs bis acht Windkraftanlagen bauen. Baustart soll 2017 sein.

Unterschriften, die auch die Landschaftsoptik der Baar nachhaltig verändern werden. Auf der Länge zwischen Fürstenberg und Kirchen-Hausen werden bis zu acht neue Windkraftanlagen ab 2017 gebaut (von links): Hüfingens Bürgermeister Anton Knapp, Solarcomplex-Vorstand Bene Müller, OB Erik Pauly und Hauptamtsleiter Tobias Butsch, der die Pachtverträge für die Städte ausgearbeitet hat. Diese garantieren den Kommunen einen fixen Betrag und eine Beteiligung an den Erträgen.

Windkraft ist eine der Energien der Zukunft. Während im Norden und in der Nordsee schon fleißig Strom mit den rotierenden WindmasFchinen produziert wird und die Politik über den Stromtransport in den Süden streitet, herrscht im windschwachen Baden-Württemberg weitgehend laute in diesem Sektor. Auf der Baar wird sich dies nach der gestrigen Vertragsunterzeichnung zwischen der investierenden Solarcomplex AG, Singen, sowie OB Erik Pauly für Donaueschingen und Bürgermeister Anton Knapp für Hüfingen ab 2017 ändern. Ziel sind maximal acht Schwachwindanlagen mit einer Höhe von 200 Meter auf der Länge.

Donaueschingen: Sinnesreise zu drei Windrädern
Südkurier vom 22.07.2017 | von Holger Niederberger

Infotour vom Energiedienstleister Solarkomplex nach Wiechs am Randen liefert den Teilnehmer viele Sachinformationen.

Informativ. Seriös. Sachlich. Diese Wörter fallen immer wieder, nachdem die knapp 30 Teilnehmer einer Informationsfahrt zu den drei Windrädern in Wiechs am Randen den Bus verlassen haben und in kleinen Gruppen auf dem Parkplatz an der Fürstenbergstraße zusammenstehen. Eingeladen zu der Tour hatte Bene Müller, Geschäftsführer der Singener Firma Solarcomplex, die auf der Länge sieben Windräder aufstellen möchte. Mit an Bord auch Sonja Rajso vom Münchner Energiedienstleister Green City. Dieses Unternehmen plant fünf Windräder auf dem Ettenberg. An der dreistündigen Exkursion nahm kein Windkraftgegner teil – jedenfalls gab sich keiner zu erkennen. Edgar Feder aus Neudingen zu seiner Motivation, mitzufahren: „Ich war schon bei der Informationsveranstaltung der Windkraftgegner in Neudingen, jetzt wollte ich die andere Seite hören. Ich habe viel mitgenommen.“
Zu Beginn der Busfahrt verteilt Karina Christen von Solarcomplex die Animationen, mit denen die Winkraftgegner die Sichtbarkeit der Windräder aus verschiedenen Blickwinkeln und aus verschiedenen Entfernungen darstellen. Dreimal lässt Bene Müller den Bus deshalb anhalten: in knapp sechs Kilometern Entfernung zum Windprojekt Verenafohren kurz hinter dem Restaurant Waldfrieden, in drei Kilometern Entfernung bei der Bushaltestelle Hauhof und in Wiechs in 1400 Metern Entfernung. „Sie sollen sich mit ihren eigenen Augen und ihren eigenen Ohren einen Eindruck verschaffen“, sagt Bene Müller. Schnell wird klar: Je näher man den Windrädern kommt, desto weniger sieht man sie – weil sie auf einem Bergrücken mitten im Wald stehen.
So wie auf der Länge und dem Ettenberg. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass die Windkraftgegner die Windräder in ihren Animationen einfach auf den Wald aufgesetzt haben. Denn: Jedes Windrad muss auf 40 Metern Höhe aus Gründen der Flugsicherheit einen roten Markierungsring aufweisen. In der Realität ist diese Markierung nur aus großer Distanz zu erkennen, bei den Animationen aber auch aus kurzer. Ein Fake also.
Über eine geschotterte Straße erreicht der Bus sein Ziel. Die Straße ist 4,50 Meter breit, die lichte Höhe (der von Hindernissen freizuhaltende, vertikale Raum) beträgt sechs Meter. Ein normaler Waldweg sieht zwar anders aus, von einer dreispurigen Autobahn, von der die Windkraft-Gegner sprechen, kann aber auch nicht die Rede sein. Und was verbirgt sich hinter der weißen Plane auf halbem Weg zu den Windrädern? Der Frauenschuh, eine seltene Orchideenart, die so geschützt wird.
In 300 Metern Entfernung zu einem der drei Windräder im Gewann Verenafohren hält der Bus, die Passagiere steigen aus. „Hören Sie das leise Pfeifen des Windrads?“, fragt Bene Müller. Den Minen der Infotour-teilnehmer ist ein Nein zu entnehmen, erst bei 150 Metern Abstand hören alle das Geräusch. „Wenn hier ein Haus stünde und man würde das Fenster zumachen, hätte man seine Ruhe“, sagt ein junger Mann. Dann, direkt unter den Flügeln, beginnt die Fragerunde. Wie auf Bestellung kommt ein Flugzeug vorbeigeflogen. Es übertönt das Pfeifen der Rotorblätter.
Bene Müller lässt keine Frage unbeantwortet und überrascht mit einigen Fakten: Dass die Haftpflichtversicherung für ein Windrad bei rund 100 Euro im Jahr liegt – ein Beleg dafür, wie gering die Versicherungswirtschaft die Gefahr einstuft, dass Windräder Fremdschäden verursachen. Dass für das Projekt Verenafohren 2,9 Hektar Wald gerodet worden sind und 5,3 Hektar wieder aufgeforstet werden. Dass für 11 000 Euro Ameisenhaufen umgesiedelt wurden. Dass das häufig stillstehende Windrad in Fürstenberg nicht als Vergleich taugt – weil aktuelle Windräder zwei Generationen weiter seien und mit viel weniger Wind auskämen und dass die Behörden ein zweijähriges Fledermausmonitoring auferlegt haben.
Informationen satt, über die sich die Teilnehmer bei der Rückkehr austauschen. Wilfried Dreher hat gefallen, dass Bene Müller nicht den Versuch unternommen hat, die Teilnehmer zu manipulieren. Bodo Groß hatte befürchtet, eine Werbeveranstaltung zu besuchen. Umso glücklicher war er über die „seriöse Informationsvermittlung“.
Zahlen, Fakten und zwei Mitfahr-Angebote
Der Windpark: Solarcomplex möchte sieben Windräder auf der Länge betreiben. Ursprünglich waren es acht, doch von dem Windrad direkt an der Längewiese hat das Unternehmen Abstand genommen, weil dafür wegen des Rotmilans ein weiteres, sehr aufwändiges Gutachten hätte erstellt werden müssen. Die Investitionssumme liegt bei 38 Millionen Euro, erwartet wird eine Leistung von 48 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Green-City plant fünf Windräder auf dem Ettenberg und gibt eine Investitionssumme von 29 Millionen Euro an.
Das Münchner Unternehmen erwartet eine Stromproduktion von 35,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Beide Energiedienstleister setzen auf Windräder der neusten Generation, die rund 230 Meter hoch sind (zum Beispiel Typ Nordex N-131).
Infotouren: Eine weitere Infotour zum Windpark Verenafohren bieten Solarcomplex und Green City Energy am heutigen Samstag, 22. Juli, an. Start ist um 15 Uhr ab Blumberg vom Parkplatz am Werner-Gerber-Stadion. Wer sich noch kurzfristig anmelden möchte, kann dies tun unter der Telefonnummer 0176/11 82 74 22. Die dritte Tour nach Wiechs gibt es am Donnerstag, 27. Juli, um 18 Uhr ab Hüfingen. Auch hier wird um Anmeldung gebeten unter email hidden; JavaScript is required oder 07731/8274-125.

 

W I N D E N E R G I E vergiftet
Südkurier vom 26. 07.2017 | Kommentar von Holger Niederberger

Die Sitten in Deutschland verrohen. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss sich vom Straßen-Mob wegen ihrer Flüchtlingspolitik mit nicht zitierfähigen Kraftausdrücken der übelsten Sorte beschimpfen lassen. Und in Sozialen Medien und Internet-Foren ist längst ein Krieg der Worte zu beobachten. Wenn man sich nicht in die Augen sieht, fällt es leicht, das Gegenüber zu beleidigen und schriftlich zu denunzieren. Auch vor der eigenen Haustür polarisiert in diesen Tagen ein Thema die Menschen: der Windpark auf der Länge und dem Ettenberg mit zusammen zwölf Windrädern. Sieben davon will das Singener Unternehmen Solarcomplex realisieren, fünf Green City Energy aus München. In dieser Auseinandersetzung scheinen einige der Windkraftgegner ihre gute Kinderstube zu vergessen. Sie sind dabei, das Klima auf der Baar zu vergiften – was erstens einen Keil ins soziale Gefüge der Bevölkerung treibt und zweitens kontraproduktiv für die eigenen Ziele ist. Rückblende: Ende vergangener Woche lud der Windkraft-Investor Solarcomplex zu einer Infotour nach Wiechs am Randen ein, wo drei Windräder für sauberen Strom sorgen. Parallel dazu organisierten die Windkraftgegner ein Treffen im Riedöschinger Längehaus. Bei der Infotour, so die Teilnehmer übereinstimmend, wurden durch Solarcomplex-Geschäftsführer Bene Müller Fakten weitergegeben, niemand hatte das Gefühl, Manipulationsversuchen ausgesetzt zu sein. Eine leise, nüchterne Veranstaltung, geprägt von Sachinformationen und eigenen Eindrücken. Auf der anderen Seite der Termin im Längehaus. Hier schlugen – diplomatisch formuliert – die Wellen hoch, den Windkraftbefürwortern wurde schnell das Wort entzogen – wenn sie überhaupt ausreden konnten und nicht gleich niedergeschrien wurden. Das kritisierten sogar einige Windkraftgegner. Eine Diskussion mit Fremdschäm-Potenzial. Dass die Windkraftgegner von ihrem demokratischen Recht der Mitsprache Gebrauch machen, will ihnen niemand absprechen. Mehr noch: Es ist gut, dass jemand Behörden und Konzernen auf die Finger schaut, denn auch hier arbeiten Menschen, die Fehler machen könnten. Die Windkraftgegner haben es mit ihrem lauten und aggressiven Auftreten bereits geschafft, dass sich manche Windkraftbefürworter nicht öffentlich mit ihrer Meinung zitiert sehen wollen – aus Furcht davor, als Verräter der Heimat und des Baaremer Landschaftsbildes gebrandmarkt zu werden. Das ist schlimm und vergiftet das Klima. Doch eines übersehen die Claqueure, für die Windräder Teufelszeug sind: Die schweigende Mehrheit hat ihren Willensbildungsprozess in Sachen Windenergie noch nicht abgeschlossen, sie verlangt nach Information, nicht Infiltration. Sie durchschaut auch Horrorszenarien, wonach für Windräder dreispurige Autobahnen in den Wald gebaut werden müssen oder Infraschall die Gesundheit gefährdet. Wer zu Infraschall zwei Experten befragt, erhält drei verschiedene Antworten – je nach Glaubensrichtung. Mit Sicherheit kann nur eines gesagt werden: Die wissenschaftliche Forschung zu Infraschall ist noch längst nicht abgeschlossen. Und es sind nicht nur Windkrafträder, die als Quelle für Infraschall infrage kommen. Im nahen Hegau verlor Solarcomplex nach mehreren Falschbehauptungen eines Sprechers der Windkraftgegner in einem SÜDKURIER-Interview die Geduld und forderte den Mann zu einer Unterlassungserklärung auf. Der dachte aber nicht daran, diese zu unterzeichnen, die Angelegenheit landete letztlich vor der 6. Zivilkammer am Konstanzer Landgericht. Der Prozess endete mit einer Niederlage des Windkraftgegners – weil Unwahrheiten laut Richterspruch nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind. Noch haben die Windkraftgegner auf der Baar die Chance, es nicht so weit kommen zu lassen.

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